Depressionen – Was ist das und wie entstehen sie?

Depressionen sind eine durchaus ernstzunehmende Erkrankung. Inzwischen gibt es Millionen von Menschen, die schon mit depressiven Phasen zu kämpfen hatten.

Das Alter, das Geschlecht und auch das soziale Umfeld spielt dabei keine Rolle. Man sollte eigentlich davon ausgehen, dass gerade unsere Gesellschaft, der es doch überwiegend gut geht und die finanziell nicht so schlecht dasteht, keinen Grund hat, depressiv zu sein. Wenn man die Länder der Dritten Welt dagegen vergleicht, treten Depressionen dort viel weniger auf, als in den anderen Ländern.

Menschen, die mit einer Depression zu kämpfen haben, sind meist einen langen Leidensweg gegangen. Bei vielen Menschen ist eine depressive Erkrankung zuerst überhaupt nicht zu erkennen. Aber gerade die, die versuchen mit sehr vielen Aktivitäten durch den Alltag zu kommen, sind von dieser Krankheit betroffen. Einige sind ständig überdreht, reden und reden und rennen stets hektisch hin und her. Sie können sich nicht auf eine Sache beschränken und diese in Ruhe zu Ende bringen.

 

DepressionenDer Anfang einer Depression

Meist beginnt eine Depression mit Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit. Außerdem beherrscht diese Menschen ein ständiges negatives Gefühl, das Selbstwertgefühl sinkt immer tiefer und die Hoffnung schwindet immer mehr.
In unserer modernen Gesellschaft, in der sich alles um Geld und Macht dreht, ist eine Ausbreitung von Depressionen geradezu vorprogrammiert.

Durch Arbeitslosigkeit und Scheidung verlieren viele Menschen die Lust und die Freude am Leben. So verlieren sie durch die finanzielle Unsicherheit auch noch die Zuversicht und können nicht mehr an das Positive glauben. Eine Depression kann aber auch durch Vorerkrankungen, wie Alkohol, chronischen Schmerzen, ständigem Stress, Angst und Phobien entstehen. Schließlich hat die Krankheit in den meisten Fällen mehr als nur eine Ursache.

Bei einer Depression kann der Hirnstoffwechsel durcheinander geraten sein. Die Konzentration von den Botenstoffen Serotonin und Noradrenalin liegen nicht mehr im Gleichgewicht. Dadurch sind die Gefühle und Gedanken negativ betroffen.

 

Erkrankungen, wie Parkinson, Schildrüsenunterfunktion und auch Tumore können Depressionen heraufbeschwören.

 

Forschungen auf diesem Gebiet haben gezeigt, dass gerade bei chronischem Stress, einem seelischen Trauma und auch einer Infektionserkrankung das Hormon Cortisol zu hoch und zu viel angeregt wird. Dadurch kann eine veränderte Verhaltensweise entstehen. Die Veranlagung des einzelnen Menschen kann dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Nach einschneidenden Ereignissen, die mit dem Tod eines geliebten Menschen, Trennung, Arbeitslosigkeit oder auch mit nicht lösbaren Konflikten zu tun haben, kann es sehr schnell zu depressiven Erkrankungen kommen. Aber auch extremer Leistungsdruck oder Perfektionismus können die Anfälligkeit einzelner Menschen für Depressionen erhöhen.

 

Sind Sie depressiv?

Eine Depression entsteht nicht von heute auf morgen. Sie entwickelt sich wie eine Erkältung, schleichend und kaum zu bemerken. Am Anfang sind die Anzeichen noch sehr gering, aber im Laufe der Zeit werden sie immer ausgeprägter. Wie erkennen Sie denn nun, ob Sie depressiv oder auf dem Weg dort hin sind?

 

Anzeichen einer Depression im Anfangsstadium:

  • Haben Sie morgens keine Lust aufzustehen?
  • Haben Sie Mühe aus dem Bett zu kommen?
  • Sind Sie ständig müde?
  • Haben Sie zu nichts mehr Lust und kein Interesse an den Dingen?
  • Empfinden Sie eine Gleichgültigkeit gegenüber Ihrer Familie?
  • Haben Sie keinen Appetit mehr?
  • Haben Sie häufig das Gefühl weinen zu müssen?
  • Können Sie sich schlecht konzentrieren?
  • Fehlen Ihnen die Worte?
  • Haben Sie das Gefühl, dass alles sinnlos ist?
  • Können Sie sich nicht mehr freuen?
  • Können Sie sich nicht entschließen?
  • Fühlen Sie sich überfordert?

 

Wenn Sie jetzt feststellen, dass verschiedene Symptome auf Sie zutreffen, oder immer häufiger in Ihr Leben treten, dann sollten Sie einen Arzt oder besser einen Psychotherapeuten aufsuchen. Diese Beschwerden werden nicht alleine, ohne einen Facharzt, wieder vergehen. Es können ernsthafte Anzeichen einer beginnenden Depression sein. Bevor Sie auf schlimme Gedanken kommen, suchen Sie einen Facharzt auf. Depressionen sind heilbar, Sie müssen nicht aufgeben.

Traurigkeit und auch Niedergeschlagenheit gehören zum normalen Leben. Jeder Mensch, ob alt oder jung, hat an manchen Tagen mit Stimmungsschwankungen zu kämpfen. Das ist normal und vergeht schnell wieder. Diese normalen Gefühle haben nichts mit Depressionen zu tun.

 

Wie lange haben Sie schon Beschwerden?

Wenn Sie sich schon seit Wochen oder sogar Monaten schlecht fühlen, schlecht schlafen, keinen Appetit mehr haben und keine Freude mehr verspüren, dann sollten Sie handeln. Dies können erste Anzeichen einer Depression sein.

Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn diese Anzeichen länger als zwei Wochen andauern. Oft haben Betroffene auch körperliche Beschwerden. Je früher Sie mit einer Behandlung beginnen, desto schneller werden Sie wieder gesund. Glauben Sie nicht, dass Depressionen sich nur durch Niedergeschlagenheit und Traurigkeit bemerkbar machen. Man weiß heute, dass Depressionen sich auch durch eine erhöhte Risikobereitschaft, Unruhe, Unzufriedenheit und auch aggressives Verhalten zeigen können.

Wenn Sie jetzt eine oder mehrere Symptome bei Ihnen bemerkt haben, dann resignieren Sie nicht. Ein Facharzt kann Ihnen helfen. Er wird mit Ihnen reden und die nötigen Weg finden, der Ihr Leben wieder in Ordnung bringen wird.

 

Auch Depressionen können geheilt werden!

 

Mit dem richtigen Psychotherapeuten, zu dem Sie auch Vertrauen haben, können Sie Ihr Ziel erreichen und einer schönen und lebenswerten Zukunft entgegenblicken.

 

Verschiedene Arten von Depressionen

Es gibt verschiedene Arten von Depressionen. Auch wenn es auf den ersten Blick anders aussieht. Depressionen unterscheiden sich nach einzelnen depressiven Episoden oder in wiederholten Phasen. Seelische Erkrankungen werden in den meisten Fällen mit Depressionen bezeichnet. Depressionen zeigen sich durch eine schlechte, negative Stimmung, Interessenlosigkeit und Freudlosigkeit. Aber auch schnelle Ermüdungserscheinungen, Schlafstörungen und Konzentrationslosigkeit machen sich bemerkbar.

Daneben gibt es auch Sonderformen der einzelnen Depressionsarten. Depressionen werden in unterschiedliche Kategorien oder auch Phasen aufgeteilt.

 

Depressionsarten

Eine depressive Episode bezeichnet der Arzt als eine Form der Niedergeschlagenheit, die stärker ist als eine vorübergehende Traurigkeit.

Eine rezidivierende depressive Störung nennt der Facharzt eine nach Monaten oder Jahren wiederkehrende depressive Krankheitsphase.

Die Hälfte aller Patienten, die einmal ein negative Phase hatten, bekommen eine erneute depressive Krankheit. Man bezeichnet das dann als wiederkehrende oder auch rezidivierende depressive Störung.

Die Dysthymie ist eine langjährige, anhaltende negative Stimmung.

Unipolare oder bipolare Erkrankung unterscheiden sich wie folgt: Bei Unipolaren Depressionen gibt es neben den guten Zeiten Phasen mit niedergeschlagenen Symptomen. Bei einer bipolaren Erkrankung kann die Krankheit im Wechsel mit manischen oder hypomanen Phasen auftreten. Eine bipolare Depression ist eine Erkrankung der Stimmungen- und Gefühle. Eine bipolare affektive Erkrankung ist ein deutlicher Unterschied zwischen gehobener und verminderter Antriebskraft zu erkennen.

Zyklothymie ist eine, über Jahre andauernde psychische Erkrankung, die durch Stimmungsschwankungen gekennzeichnet ist.

Depressionen während oder nach einer Schwangerschaft werden als perinatale Depression bezeichnet.

Eine Stimmungsveränderung während oder vor der Periode bezeichnet man als prämenstruelle Dysphorie.

Eine Jahreszeiten Depression ist eine depressive Verstimmung, die nur zu bestimmten Jahreszeiten auftritt. Meist im Herbst oder/ und im Winter, zu den dunkleren Jahreszeiten. Man nennt diese Form der Depression auch „Winterdepression“.

 

 

Die wiederkehrenden Phasen

Die meisten Menschen erkranken vor dem 40.Lebensjahr, wobei Frauen stärker betroffen sind als Männer. Die Erkrankung verläuft meist in wiederkehrenden Phasen. Bei der Hälfte der Patienten bessert sich die Situation durch veränderte Lebensweisen und Medikamente. Bei der anderen Hälfte der Betroffenen wird nach einer Unterbrechung der Krankheit meist eine Therapie nötig.

Die Länge der Erkrankung ist sehr unterschiedlich und von jedem einzelnen Menschen abhängig. Es ist medizinisch nicht erwiesen das Depressionen vererbt werden können. Eine depressive Erkrankung von mehreren Familienmitgliedern kann das Risiko allerdings erhöhen, selbst an Depressionen zu erkranken.

Auch eine Alkoholsucht, Tablettenabhängigkeit oder Drogenmissbrauch kann eine Erkrankung fördern und den Verlauf ungünstig beeinflussen. Sprechen Sie mit einem Facharzt Ihres Vertrauens, der wird Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und Sie unterstützen.